Häusliche Krankenpflege nach

SGB V

- Leistungen der Krankenkassen -

Allgemeines

Die häusliche Krankenpflege ist ein wesentlicher Bestandteil der Krankenbehandlung zur Unterstützung des ärztlichen Behandlungsplans mit dem Ziel der Diagnose, Heilung, Verhütung der Verschlimmerung oder Linderung einer bestehenden Krankheit. Art, Inhalt und Umfang ergeben sich aus dem individuellen Behandlungsplan und bestimmen danach, welche Handlungen im konkreten Fall notwendig sind. Zur häuslichen Krankenpflege gehören die Grundpflege, die Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Versorgung.

Grundpflege

Maßnahmen der Grundpflege sind Hilfeleistungen bei den Grundbedürfnissen des täglichen Lebens, wie An- und Auskleiden, Körperpflege. Sie umfasst Leistungen, die der Kranke nicht selbst erbringen kann oder bei denen er auf Unterstützung angewiesen ist.

Behandlungspflege

Maßnahmen der Behandlungspflege sind ärztlich verordnete medizinisch- pflegerische Tätigkeiten zur Sicherung und Unterstützung der ärztlichen Behandlung, soweit sie nicht durch den Arzt selbst erbracht werden müssen, z.B.: Blutdruck- oder Zuckerkontrolle, Hilfe bei den Ausscheidungen, Sondenernährung, Verbände oder Injektionen.

Hauswirtschaftliche Versorgung

Zur hauswirtschaftlichen Versorgung gehören Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung einer eigenständigen Haushaltsführung notwendig sind, um in diesem Haushalt häusliche Krankenpflege durchführen zu können. Dies können die Zubereitung einer Mahlzeit, Einkauf oder die Reinigung der Wohnung sein. Jede dieser Leistungsgruppen untergliedert sich in zahlreiche Einzelmaßnahmen, die jeweils auf ärztliche Anordnung durchgeführt werden.

Die soziale Pflegeversicherung SGB XI

 Einführung -

Es war eine alte Forderung der AWO wie auch anderer Verbände, eine besondere Versicherung einzuführen für das Risiko, im Alter pflegebedürftig zu werden. 

Neben der Bezahlbarkeit wurde lange als Argument dagegen vorgetragen, dass eine solche Versicherung dazu führen könnte, dass mehr Familien ihre alten Angehörigen in ein Heim "abschieben" würden, wenn dieses nichts koste. Bei Einführung der Pflegeversicherung im Januar 1995 stand daher fest, dass immer die häusliche Pflege, die Erhaltung der Selbständigkeit Vorrang haben soll gegenüber der stationären Versorgung im Heim. Konsequent wurde daher neben der häuslichen Krankenpflege die ambulante Versorgung durch die so genannte Grundpflege ausgebaut. Dabei war aber immer klar, dass die Pflegeversicherung nicht allein den ganzen Pflegebedarf decken kann, dass vielmehr erwartet wird, dass der Pflegebedürftige und seine Angehörigen einen Eigenanteil leisten, entweder durch eigene Pflegeleistungen oder durch eine Zuzahlung für den Pflegedienst. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung muss notfalls auch zusätzlich Sozialhilfe gewährt werden. Zur Entlastung der pflegenden Angehörigen wurden auch die Angebote an Kurzzeitpflege und Tages- oder Nachtpflege erweitert. Sie ermöglichen den Pflegepersonen, einmal Urlaub zu machen oder tagsüber eigenen Aktivitäten nachzugehen, während der Pflegebedürftige in einer "teilstationären Einrichtung" versorgt ist. Das gleiche Ziel hat die so genannte "Verhinderungspflege", die für bis zu vier Wochen Ersatz für eine Pflegeperson bietet.

Eine Vielzahl von Pflegehilfsmitteln oder technischen Hilfen, die bis zur Umgestaltung des Wohnungsumfeldes gehen können, sollten ebenfalls die Pflege in der eigenen Wohnung erleichtern. Abgerundet werden diese Angebote schließlich durch die Einrichtung besonderer Beratungsstellen, den "Beratungs- und Koordinierungsstellen der Ambulante Hilfe-Zentren", in denen umfassend und kostenlos Rat und Hilfe geboten werden.

Grundsatz ist, dass häusliche Pflege Vorrang hat vor vollstationärer Pflege. Den Pflegebedürftigen soll es ermöglicht werden, in der vertrauten Umgebung zu verbleiben und ihren Lebensraum und die Eigenständigkeit selbst zu bestimmen und mitzugestalten. Die Pflegeversicherung dient dazu, häusliche Pflege und die Pflege durch Angehörige oder Nachbarn zu unterstützen. Der Pflegedürftige kann wählen zwischen Pflege-Sachleistung, Pflege-Geldleistung und Kombinationsleistung.

Stufen der Pflegebedürftigkeit

Pflegestufe I - Erhebliche Pflegebedürftigkeit

Erheblich pflegebedürftig sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand, den die Pflegeperson benötigt, muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen, wobei auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen müssen.

Pflegestufe II - Schwerpflegebedürftigkeit

Schwerpflegebedürftig sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand, den die Pflegeperson benötigt, muss im Tagesdurchschnitt mindestens 3 Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens 2 Stunden entfallen müssen.

Pflegestufe III - Schwerstpflegebedürftigkeit

Schwerstpflegebedürftig sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand, den die Pflegeperson benötigt, muss im Tagesdurchschnitt mindestens 5 Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens 4 Stunden entfallen müssen.

 

 

   
   
   
 

 

 

   
   
   
  

 

 

 

 

 

 

 

 

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